Wucherungen und Wand haben

Dokumentation - Buch

Herausgeber, Projektleitung, Konzeption und Gestaltung

32 Seiten
11,5 x 17,9 cm
2009

Projektskizze

Eine Dokumentation als Einzelprojekt entstanden durch viele Interviews mit dem
'Gründer der komm in die Gänge Projekt' im Winter 2009.

Seit über einem Jahr laufe ich tagtäglich durch das Gängeviertel auf dem Weg zur Arbeit. Der geradezu groteske Kontrast zwischen diesem wildwachsenden Viertel und dem üblichen perfekten Stadtbild irritierte und faszinierte mich zugleich. Auf der einen Seite sticht für mich das Urbane des Viertels heraus, das durch den Verfall der Häuser und die Schönheit der alten Fabriken und Fassaden auszeichnen. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die diesen Ort wiederbeleben möchten, ein Dach über dem Kopf suchen oder eine Wand, um ihre Kreativität auszuleben. Durch puren Zufall habe ich sodann von den Plänen der Stadt sowie von aufkeimenden Protestaktionen der Initiative "Komm in die Gänge" erfahren. Mein Interesse daran wuchs stetig mit der Zeit und es entstand die Idee, die Situation und das Geschehene durch die Gestaltung eines Buches dokumentarisch festzuhalten, zu thematisieren und zu hinterfragen. Hierfür habe ich einen Fragenkatalog entwickelt und habe damit Menschen befragt, die direkt oder indirekt mit der Initiative zu tunhatten. Mit Hilfe des Fragebogens möchte ich die Geschehnisse unter Zuhilfenahme entsprechender Text- und Bildmontagen in einen neuen individuellen Kontext übertragen. Dabei soll nicht nur die Tragweite und Bedeutung des Gänge-Viertel-Projektes dokumentiert werden. Vielmehr möchte ich die jeweilige Einstellung meiner Gesprächspartner zur Rolle der Kunst in der Gesellschaft sowie ihre Beweggründe für die Teilnahme an diesem Projekt hinterfragen. Aus der Fülle der geführten Interviews habe ich acht Gespräche für dieses Werk ausgewählt. Darin beschreibt jeder einzelne Gesprächspartner den Stellenwert und die Bedeutung des Gängeviertels aus seiner Perspektive. Eine große Rolle spielen dabei die Beweggründe meiner Gesprächspartner hinsichtlich ihrer Teilnahme an dieser Aktion. Mit Hilfe dieses Buches möchte ich die Sichtweise verschiedener Menschen vorstellen und zugleich die Leser zur Reflektion und zum Nachdenken ermutigen. Dieses Buch widme ich all den Menschen, die diese Initiative aufrecht erhalten, die Leere mit Leben gefüllt und zu einem Ort des interkulturellen Austausches gemacht haben.